Gnaoua Festival Berlin No2
Samstag 17.08.2019 20:00 | Saal, Tempelhofer Feld / Cabuwazi Zelte
Eintritt: Konzert/Ritual je VVK 12,00 EUR, AK 16,00 EUR / 12,00 EUR erm.
Veranstalter/-in: Werkstatt der Kulturen
Kurator/-in: Alaa Zouiten
Produktion
KONZERT
Asmâa HAMZAOUI & BNAT TIMBOUKTOU
20:00h | Saal
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VVK 12,00 EUR |
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»Bnat Timbouktou« entstand, die Band, mit der sie in diesem Herbst ihr erstes Album »Oulad Lghaba« auf dem schwedischen Label Ajabu Records veröffentlichen wird. »Bnat Timbouktou« wird neben anderen Stücken auch die »schwarze Suite« spielen – laut ihr das Ritual, welches dem Kern der Gnaoua-Kultur am nächsten kommt. Obwohl Hamzaoui in vielerlei Hinsicht eine Traditionalistin ist, sind ihre Stücke auch schöpferische Neuinterpretation vergangener Gegenwarten. |
- Asmâa Hamzaoui - Gimbri, Gesang
- Aicha Hamzaoui - Krakeb, Gesang
- Soukaina Elmeliyjy - Krakeb, Gesang
- Hind Lamgammah - Krakeb, Gesang
RITUAL
LILA BY MâALEM MOKHTAR GANIA & MQADDMA KHADDOUJ HADIDI
22:00h | Tempelhofer Feld / Cabuwazi Zelte
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VVK 12,00 EUR |
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Khaddouj Hadidi ist eine angesehene Mqaddma, eine Chefin des Rituals, aus Essaouira. Bereits ihr Vater war ein Mâalem, ein Meister, und auch ihr Ehegatte stammt aus einer renommierten Gnaoua- Familie: Mâalem Mokhtar Gania. Ihr umfassendes Wissen über die Komponenten der Gnaoua-Rituale mit ihren Rhythmen, Farben und Tänzen erlaubt ihr die »Lila« gründlich vorzubereiten und die Teilnehmer*innen in ihre Trance zu begleiten. Unterstützt wird die Mqaddma von vielen Musiker*innen des Festivals. Mâalem Mokhtar Gania hat eine nicht weniger wichtige Rolle, er sorgt für die Verbindung mit dem »Mlouk«. |
- Mokhtar Gania - Mâalem
- Khaddouj Hadidi - Mqaddma
- Simo Lagnawi - Gimbri, Krakeb
- Hicham Bilali - Gimbri, Krakeb, Gesang
- Rachid Lamouri - Krakeb, Gesang
- Habib Belk - Gimbri, Gesang
- Zakaria Izoubaz - Krakeb, Gesang
- Rabii Rezgoui - Krakeb, Gesang
GNAOUA FESTIVAL BERLIN No2*
ARCHIV & AVANTGARDE – AFRICAN CULTURAL HERITAGE
Sie kamen aus Ländern Westafrikas, die heute Mauretanien, Senegal, Niger und Mali heißen, viele von ihnen auch aus dem Westsudan. Jahrhundertelang wurden West-Afrikaner*innen, oftmals noch im Kindesalter, gekidnappt, versklavt und auf Karawanenhandelswegen in die heutigen Maghreb-Staaten verschleppt. Eines der größten Zentren des transsaharischen Menschenhandels befand sich im 16. Jahrhundert in Marokko, etwa 150 Kilometer von Marrakesch entfernt.
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Heute ist Essaouira eines der wichtigsten Zentren der Gnaoua-Kultur. Zur Herkunft des Begriffs »Gnaoua« oder auch »Gnawa« gibt es verschiedene Annahmen. Vermutlich wurde er vom arabischen »Guinea«, also »Schwarz« abgeleitet. Möglich ist auch eine Ableitung aus dem berberischen akal n iguinaouen, »Land der Schwarzen«. Die »Gnaouis«, die Schwarzen Marokkaner*innen, führen ihren kulturellen Ursprung vor allem zurück auf die Bambara und Songhai, deren Reiche sich um den Niger konzentrierten und vom 15.-17. Jahrhundert sprachlich und kulturell für die Regionen prägend waren, den Haussa aus Staaten wie dem heutigen Benin, Nigeria, Kamerun und Niger, den Peul, deren Fürstentümer von Guinea über Senegal, Mauretanien, Mali und Tschad bis zum Sudan reichten, sowie auf die Kultur der Wolof in Senegal, Gambia und Mauretanien. Die spirituelle Musik dieser sehr unterschiedlichen westafrikanischen Herkunftskulturen kreolisierten die Gnaouis mit Sufi-Traditionen und Musikstilen der jüdischen und muslimischen Araber*innen und Amazigh Nord-Afrikas und entwickelten so ihre widerständige spirituelle Musik- und Heil-Praxis, die Gnaoua-Kultur, in dessen musikalischem Zentrum die treibende Rhythmik der metallenen »Krakeb«, der Vorgänger der Flamenco-Kastagnetten, steht. |
Kuration: Alaa Zouiten
Das GNAOUA FESTIVAL BERLIN No2 wird präsentiert von
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