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GNAOUA FESTIVAL BERLIN No2

 

 
»To us, Gnawa stands above all other kinds of music. It’s our childhood. It’s spiritual healing, and it makes you feel grounded.«
Asmaa Hamzaoui
 
»In der Zukunft möchte ich die arabische und afrikanische Musik noch intensiver studieren. Sie ist so reich, das ist eigentlich eine Lebensaufgabe.«
Joachim Kühn

»Ich empfinde es als besondere Ehre während der »Internationalen UN-Dekade für Menschen Afrikanischer Herkunft«, die Kultur des Schwarzen Maghreb mit einem so hochkarätigen Line-Up zelebrieren zu dürfen, wie wir es auf dem GNAOUA FESTIVAL BERLIN No2 erleben werden. Es ist ein sehr besonderes Geschenk.«
Philippa Ebéné
   
Sie kamen aus Ländern Westafrikas, die heute Mauretanien, Senegal, Niger und Mali heißen, viele von ihnen auch aus Westsudan. Jahrhundertelang wurden West-Afrikaner*innen, oftmals noch im Kindesalter, gekidnappt, versklavt und auf Karawanenhandelswegen in die heutigen Maghreb-Staaten verschleppt. Eines der größten Zentren des transsaharischen Menschenhandels befand sich im 16. Jahrhundert in Marokko, etwa 150 Kilometer von Marrakesch entfernt.
 
Heute ist Essaouira eines der wichtigsten Zentren der Gnaoua-Kultur. Zur Herkunft dieses Begriffs »Gnaoua« oder auch »Gnawa« gibt es verschiedene Annahmen. Vermutlich wurde er vom arabischen »Guinea«, also »Schwarz« abgeleitet. Möglich ist auch eine Ableitung aus dem berberischen akal n iguinaouen, »Land der Schwarzen«. Die »Gnaouis«, die Schwarzen Marokkaner*innen, führen ihren kulturellen Ursprung vor allem zurück auf die Bambara und Songhai, deren Reiche sich um den Niger konzentrierten und vom 15.-17. Jahrhundert sprachlich und kulturell für die Regionen prägend waren, den Haussa aus Staaten wie dem heutigen Benin, Nigeria, Kamerun und Niger, den Peul, deren Fürstentümer von Guinea, über Senegal, Mauretanien, Mali und Tchad bis nach Sudan reichten, sowie auf die Kultur der Wolof in Senegal, Gambia und Mauretanien. Die spirituelle Musik dieser sehr unterschiedlichen, westafrikanischen Herkunftskulturen kreolisierten die Gnaouis mit Sufi-Traditionen und Musikstilen der jüdischen und muslimischen Araber und Amazigh Nord-Afrikas und entwickelten so ihre widerständige, spirituelle Musik- und Heil-Praxis, die Gnaoua-Kultur, in dessen musikalischem Zentrum die treibende Rhythmik der metallenen »Kraqreb«, der Vorgänger der Flamenco-Kastagnetten steht.
 
Gnaoua ist gegenwärtig inhärenter Bestandteil marokkanischer Musikkultur. Die Musik des Schwarzen Maghreb wird mit Jazz, Pop und Rock fusioniert. Mit ihrer rhythmusbetonten Musik erneuerten die Gnaouis nicht nur den Sound Marokkos, Algeriens und Tunesiens, sie übten auch großen Einfluss auf die internationale Entwicklung des Jazz aus: Ab den 1960er Jahren interessierten sich renommierte US-Jazzmusiker wie Randy Weston, Archie Shepp oder Joe Zawinul für die Trance-Musik der Gnaouis und traten zusammen mit großen Mâalems (Gnaoua-Meistern) auf – auch Rockstars wie Jimi Hendrix, Led Zepplin oder Carlos Santana ließen sich von Gnaoua-Musik inspirieren. Im Dezember 2019 entscheidet die UNESCO, ob sie die Gnaoua-Musik zukünftig zum Welterbe der immateriellen Kultur erklärt.
 
Die WERKSTATT DER KULTUREN präsentiert im August das GNAOUA FESTIVAL BERLIN No2 mit einem weitgefächerten Angebot: Konzerte mit international renommierten marokkanischen Musiker*innen, dem Record Release Konzert einer Frauenband, eine Rarität, bedingt durch die männlich dominierte Geschichte der »Schwarzen Bruderschaften«, einer Gnaoua-Parade vom Südstern durch die Hasenheide bis zur WERKSTATT DER KULTUREN, Masterclasses für professionelle Musiker, Workshops für Interessierte, einem verwandeltem Sommergarten mit marokkanischen Köstlichkeiten, Teezelten und anderes mehr. Den Abschluss markiert eine »Lila« (arab. »Nacht«), ein mehrstündiges spirituelles Gnaoua-Ritual mit nächtlicher Musik und Tanz. Über viele Stunden hinweg führt dabei die »Lila« durch sieben Farbzyklen, denen unterschiedliche Bedeutungen zugeordnet sind, in die Trance.
 
Nach der Anrufung der »Mlouk«, dem besungenen Leid und der herbei gesehnten Erlösung, mündet die Lila in einer »glücklichen Note«: dem Repertoire der Soussia. Mehr als 20 Gnaoua-Musiker werden für das engagierte Kulturprogramm nach Berlin kommen, um in der WERKSTATT DER KULTUREN und den CABUWAZI ZELTEN auf dem Tempelhofer Feld zu Gnaoua einladen, der Trance-Musik aus Marokko.
 
Datum
Karten


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Bildmaterial
15.-17. August 2019
Online-Ticketshop der Werkstatt der Kulturen und an der Abendkasse


Mareike Palmeira / presse@werkstatt-der-kulturen.de / +49 (0)30 60 97 70-15

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PROGRAMM


Mi, 14. August 2019
Do, 15. August 2019
Fr, 16. August 2019
Sa, 17. August 2019
Das GNAOUA MUSIK FESTIVAL wird präsentiert von
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