Die Verdammten dieser Erde
Anlässlich des Black History Month widmet sich die WERKSTATT DER KULTUREN dem polarisierenden Werk Frantz Fanons
Berlin, 29.02.2019 – Der Psychiater, Politiker, Schriftsteller und Vordenker der Entkolonialisierung, Frantz Fanon, und sein wohl berühmtestes Werk „Die Verdammten dieser Erde“ stehen für einen Abend im Mittelpunkt des BLACK HISTORY MONTH 2019 in der WERKSTATT DER KULTUREN.
Mit einer Einführung zu und Lesung aus Fanons „Die Verdammten dieser Erde“ (1961) durch Nayera Soliman (FU) und Iskandar Abdalla (FU), eröffnet Kuratorin Dr. Viola Shafik am 7. Februar 2019 die Diskurs- und Filmveranstaltung „Fanon, Afrika und die arabische Welt“.
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Neu entdecktes Archivmaterial über die gewaltvolle Konfrontation mit den Kolonialmächten wird kombiniert mit Zitaten aus Frantz Fanons polarisierendem Text zur Entkolonialisierung "Die Verdammten dieser Erde". Die Musikerin Lauryn Hill, die als Frontsängerin der Fugees bekannt wurde, erweckt die eingeblendeten Textausschnitte mit ihrer Stimme zum Leben. Kunstvoll beleuchtet der Film Fanons Analysen über die Folgen der Kolonialisierung Afrikas und plädiert für den Aufbau einer gerechteren Welt. Im Zentrum des Films steht dabei auch die Emanzipation der Frau, die mit der kolonialen Befreiung zusammengehört. Als ein kinematografischer Essay, der Fanons Text, Lauryn Hills Stimme, das Archivmaterial sowie Musik verbindet, setzt der Film die komplexen theoretischen Ideen in eine emotionale Filmerfahrung um. |
Als Gäste konnten wir gewinnen:
- Nayera A. Soliman (Freie Universität Berlin) ist Doktorandin der Berlin Graduate School for Muslim Societies and Cultures, FU Berlin. Ihr Studienprojekt hinterfragt das Konzept „Heimat" durch die Erforschung der Zwangsmigration der Bewohner der Suez-Kanal Städte 1967. Soliman hat einen Abschluss in französischer Politologie, Abteilung der „Faculty of Economics and Political Sciences“, der Kairo-Universität und einen Master in politischer Soziologie der Sorbonne. Zwischen 2014 und 2017 arbeitete sie als fellow der „Arab Forum for Alternatives“ in einem Gemeinschaftsforschungsprojekt des Instituts für Friedensforschung Frankfurt und der Sfax Universität.
- Iskandar Abdalla (Freie Universität Berlin) ist Doktorand an der Berlin Graduate School Muslim Cultures and Societies - Promotionsprojekt: „Rendering Islam Liberal. Secularism, Sexuality and Politics of Muslim Self-appropriation in Contemporary Germany.“ In seinem MA Abschluss in Islamwissenschaft hat er sich mit der Repräsentation der Juden im ägyptischen Film beschäftigt. Abdalla hat bei der Deutschen Welle mehrere Praktika absolviert, veranstaltet Führungen im Jüdischen Museum und arbeitet außerdem als Filmkurator für das alfilm-Festival Berlin.
Dr. phil. Viola Shafik, Kuratorin der arabischen Filmreihe BEYOND SPRING, ist freischaffende Filmemacherin, Kuratorin und Filmwissenschaftlerin. Sie veröffentlichte u.a. Arab Cinema: History and Cultural Identity, AUC-Press, Cairo, 1998 und Popular Egyptian Cinema: Gender, Class and Nation, AUC-Press, 2007.
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Sie lehrte an der American University in Cairo sowie an der Universität Zürich und ist im Auswahlkommitte des Rawi Screenwriters’ Lab und des World Cinema Funds der Berlinale. Sie führte Regie bei mehreren Dokumentarfilmen, u.a. Ali im Paradies/My Name is not Ali (2011) und Arij - Scent of Revolution (2014). Zur Zeit lehrt sie an der Humboldt Universität, Berlin sowie der Ludwig Maximilian Universität, München. |
Donnerstag, 7.02.2019 | 19:00 | WERKSTATT DER KULTUREN | Saal | Eintritt: 5 €
Kuration: Viola Shafik
Eine Veranstaltung im Rahmen des Black History Month Berlin und der Arabischen Filmreihe BEYOND SPRING, in Kooperation mit EUME und Mayadin al-Tahrir ميادين التحرير.
Wir freuen uns auf Ihr zahlreiches Erscheinen und Ihre ausführliche Berichterstattung!

Jedes Jahr im Februar wird in zahlreichen Ländern der Black History Month mit Veranstaltungen zu Schwarzer Kultur und Geschichte zelebriert. Diese Tradition geht auf das Jahr 1926 zurück, als der afro-amerikanische Historiker Dr. Carter G. Woodson die NEGRO HISTORY WEEK initiierte, um die breite Öffentlichkeit in den USA über Schwarze Geschichte und die Errungenschaften von Afro-Amerikanern zu unterrichten.
Der erste deutsche Black History Month fand im Jahre 1990 statt und wurde von der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland e.V. (ISD) organisiert.
Auch die WERKSTATT DER KULTUREN macht mit verschiedenen Veranstaltungen jeden Februar Schwarze Kultur, Geschichte und Gegenwart sichtbar - jeweils mit variierenden Schwerpunkten. Vom 01.-28. Februar 2019 finden mehr als 20 Veranstaltungen statt - mit dem Fokus Music of the Black Atlantic: Mit seinem Buch 1993 erschienen Buch The Black Atlantic: Modernity and Double Consciousness prägte der britische Historiker und Experte der Musik afrikanischer Diaspora-Kulturen Paul Gilroy den Begriff. Die atlantische Welt, so argumentierte Gilroy, sei tiefgreifend durch Versklavung und Menschenhandel geprägt, denn zwischen 1492 und 1820 waren ca. 2/3 der Menschen die den Atlantik in Richtung der Amerikas durchquerten Afrikaner*innen.
Diese gewalttätige, brutale Migration spielte eine Schlüsselrolle in der Entwicklung eines Schwarzen Bewusstseins in den Amerikas und Europa. Jedoch, so Gilroy, ist dieses Schwarze Bewusstsein ambivalent: es weist weiße Kultur nicht ab, sondern formt sie aktiv mit. Im Grunde hat es einen Weg gefunden schöpferisch den Atlantik erneut zu durchqueren um eine zentrale Rolle in der Entstehung der Postmoderne zu spielen.
Die WERKSTATT DER KULTUREN möchte mit dem diesjährigen Black History Month einerseits all diejenigen ehren die über die Jahrhunderte, unter sehr schwierigen Bedingungen im atlantischen Raum widerständige Musiken geschaffen haben die heute weltweit gehört werden und andererseits Bands vorstellen die afrikanische und afro-diasporische Musiken vorstellen, wie sie heute im Schwarzen Atlantik gespielt werden.
Neben Film-Screenings, Meisterklassen, Vernetzungstreffen, Diskussionsrunden und Parties finden von verschiedenen Kurator*innen entwickelte Konzertreihen statt, die die Schwarze Musik des atlantischen Raums zelebriert: Reggae aus Jamaika, Blues, Gospel, Jazz und Soul aus den USA, Gnawa aus Marrokko, Rumba und Salsa aus Kuba und dekolonialer, deutscher Hiphop made in Berlin!
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DIE WERKSTATT DER KULTUREN
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Als Veranstaltungshaus und (Festival)Produzentin macht sich die WERKSTATT DER KULTUREN als einzige Einrichtung der Stadt zur Aufgabe, aktuelle (kultur- und migrations) -politische Entwicklungen in den Blick zu nehmen und sie mittels unterschiedlicher Kunst-, Kultur- und Aktionsformen zu thematisieren. Im Herzen von "Kreuzkölln" schafft sie (Frei)Räume zur Kommentierung und Mitgestaltung laufender Diskurse und zur Gestaltung und Sichtbarmachung von Kunst- und Kulturproduktionen aus den unterschiedlichen künstlerischen und kulturellen Milieus der Stadt – unter besonderer Berücksichtigung der Arbeiten von People of Color, Schwarzer Menschen und Angehöriger weiterer kultureller Minderheiten. Und das seit 25 Jahren: Download Magazin "WERKSTATT DER KULTUREN: Kunst, Kultur, Aktion" |
