Bebop meets Hiphop
Anlässlich des Black History Month 2019 widmet sich die WERKSTATT DER KULTUREN schwarzer Musikkulturen
Berlin, 25.01.2019 – Ob R’n’B, Blues, Gospel oder Soul, Gnaoua, Rumba, Salsa oder Son, Jazz, Reggae oder Hiphop – ohne Schwarze Künstler*innen im und aus dem atlantischen Raum wären diese nicht mehr wegzudenkenden Stile nie entstanden. „Der diesjährige Black History Month ehrt und feiert diese Entwicklung und ihre Protagonist*innen“, so Philippa Ebéné, Leiterin der WERKSTATT DER KULTUREN. Insgesamt finden vom 1. - 28. Februar mehr als 20 Veranstaltungen in der WERKSTATT DER KULTUREN statt. Neben dem Schwerpunkt-Event zu Music of the Black Atlantic finden sich auch Film-Screenings, Meisterklassen, Vernetzungstreffen, Diskussionsrunden und Parties im Programm.
Die atlantische Welt, so argumentierte der britische Historiker und Experte der Musik afrikanischer Diaspora-Kulturen Paul Gilroy in seinem 1993 erschienenen Standardwerk The Black Atlantic: Modernity and Double Consciousness, sei tiefgreifend durch Versklavung und Menschenhandel geprägt, denn zwischen 1492 und 1820 waren ca. 2/3 der Menschen, die den Atlantik in Richtung der Amerikas durchquerten, Afrikaner*innen. Diese gewalttätige Migration spiele eine Schlüsselrolle in der Entwicklung eines Schwarzen Bewusstseins in den Amerikas und Europa. Jedoch, so Gilroy, ist dieses Schwarze Bewusstsein ambivalent: es weist weiße Kultur nicht ab, sondern formt sie aktiv mit. Im Grunde hat es einen Weg gefunden, schöpferisch den Atlantik erneut zu durchqueren, um eine zentrale Rolle in der Entstehung der Moderne und Postmoderne zu spielen.
„Vor allem in der Musik haben Schwarze Künstler*innen die Geschichte geprägt“, so Philippa Ebéné weiter. „Wir freuen uns sehr, dass wir sechs Kurator*innen mit einer unschlagbaren Expertise aus den Bereichen Musik, Film, Literatur und Geschichte für die Programm-Ausarbeitung des diesjährigen Black History Month gewinnen konnten!“
Unter ihnen: Eric Vaughn, Drummer, Komponist, Bandleader und erfolgreicher Kurator verschiedener Konzert-Reihen in der WERKSTATT DER KULTUREN, der in einer vierteiligen Konzertreihe eine außergewöhnliche künstlerische Liaison zwischen Bebop und Hiphop arrangiert.
"Ich möchte zeigen, wie die auf dem afrikanischen Kontinent weit verbreitete Tradition oraler Geschichtsschreibung den klassischen Afro-Amerikanischen Jazz geprägt hat und – im Falle von Hiphop – nach wie vor prägt“, erläutert US-Amerikaner und Wahl-Berliner Vaughn seine Idee. „Dichter*innen, Rapper*innen, Spoken-word-Künstler*innen stehen Seite an Seite mit Jazz-Musiker*innen. Ein interaktives Abenteuer aus Sound, Rhythmus und Wort!“
Dabei treffen jeden Samstag im Februar zum Beispiel der Rapper Wincent Gromm und der Spoken-Word-Artist Darnell Stephen Summers auf renommierte Jazzer wie Marc Doffey (Tenor-Saxophon), der Bassist Daryl Taylor oder der Gitarrist Johan Leinhufvud aufeinander.
Die Reihe „Bebop meets Hiphop“ startet am 2.2.2019 um 20 Uhr. Der Eintritt ist frei.
Die aktuellen Besetzungen, Interview- und Fotoanfragen sowie weitere Informationen auf www.werkstatt-der-kulturen.de/de/black-history-month
Wir freuen uns auf Ihr zahlreiches Erscheinen und Ihre ausführliche Berichterstattung!
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