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Black Hstory Month 2019: Music of the Black Atlantic
Mit seinem Buch 1993 erschienen Buch The Black Atlantic: Modernity and Double Consciousness prägte der britische Historiker und Experte der Musik afrikanischer Diaspora-Kulturen Paul Gilroy den Begriff. Die atlantische Welt, so argumentierte Gilroy, sei tiefgreifend durch Versklavung und Menschenhandel geprägt, denn zwischen 1492 und 1820 waren ca. 2/3 der Menschen die den Atlantik in Richtung der Amerikas durchquerten Afrikaner*innen.
Diese gewalttätige, brutale Migration spielte eine Schlüsselrolle in der Entwicklung eines Schwarzen Bewusstseins in den Amerikas und Europa. Jedoch, so Gilroy, ist dieses Schwarze Bewusstsein ambivalent: es weist weiße Kultur nicht ab, sondern formt sie aktiv mit. Im Grunde hat es einen Weg gefunden, schöpferisch den Atlantik erneut zu durchqueren, um eine zentrale Rolle in der Entstehung der Postmoderne zu spielen.
Die WERKSTATT DER KULTUREN möchte mit dem diesjährigen BLACK HISTORY MONTH einerseits all diejenigen ehren, die über die Jahrhunderte, unter sehr schwierigen Bedingungen im atlantischen Raum widerständige Musiken geschaffen haben, die heute weltweit gehört werden und andererseits Bands vorstellen, die afrikanische und afro-diasporische Musiken vorstellen, wie sie heute im Schwarzen Atlantik gespielt werden.
Insgesamt finden vom 01.-28. Februar mehr als 20 Veranstaltungen in der WERKSTATT DER KULTUREN statt.
Neben Film-Screenings, Meisterklassen, Vernetzungstreffen, Diskussionsrunden und Parties finden von verschiedenen Kurator*innen entwickelte Konzertreihen statt, die die Schwarze Musik des atlantischen Raums zelebriert: Reggae aus Jamaika, Blues, Gospel, Jazz und Soul aus den USA, Gnawa aus Marrokko, Rumba und Salsa aus Kuba und dekolonialer, deutscher Hiphop made in Berlin!
Programm*
* Änderungen vorbehalten
- 01.02.2019 | 21:00h | KONZERT | 1884 reloaded: Revue from Spirituals to Soul feat. Siggy Davis
- 02.02.2019 | 16:00h | VORTRAG & PARTY | Der Weg zu einem afrikanischen Denkmal
- 02.02.2019 | 20:00h | KONZERT | Bebop meets Hiphop
- 03.02.2019 | 16:00h | KONZERT | Legenden des Jazz: Tribute to Thelonious Monk
- 07.02.2019 | 19:30h | FILM | Beyond Spring: "Concerning Violence"
- 08.02.2019 | 21:00h | KONZERT | 1884 reloaded: Afro Cuban Jazz in the Diaspora
- 08.02.2019 | 13:00h | GET TOGETHER | Afrotuturism 2019
- 09.02.2019 | 20:00h | KONZERT | Bebop meets Hiphop
- 09.02.2019 | 14:00h | GET TOGETHER | Afrotuturism 2019
- 10.02.2019 | 16:00h | KONZERT | Legenden des Jazz: Tribute to Charles Mingus
- 15.02.2019 | 21:00h | KONZERT | 1884 reloaded: Reggae Night - Caribbean Music in the Diaspora
- 16.02.2019 | 20:00h | KONZERT | Bebop meets Hiphop
- 17.02.2019 | 16:00h | KONZERT | Legenden des Jazz: Tribute to Art Blakey
- 19.02.2019 | 19:00h | FILM | Black Cuba IV - Rumba Cubana Homage
- 21.02.2019 | 19:30h | KONZERT | ARAB SONG JAM goes Marocco: Amine Bliha & Yban Yban Project
- 22.02.2019 | 21:00h | KONZERT | 1884 reloaded: Afro Beat Club Night - Modern Black Diaspora Music
- 22.02.2019 | 10:00h | VERNETZUNGSTREFFEN | "NSU Komplex" auflösen
- 23.02.2019 | 10:00h | VERNETZUNGSTREFFEN | "NSU Komplex" auflösen
- 23.02.2019 | 20:00h | FILM | The Mayor's Race
- 23.02.2019 | 20:00h | KONZERT | Bebop meets Hiphop
- 24.02.2019 | 16:00h | KONZERT | Legenden des Jazz: Tribute to John Coltrane
- 28.02.2019 | 20:00h | KONZERT | BSMG: Ein Platz an der Sonne
Kurator_innen
ALAA ZOUITEN
kuratiert ARAB SONG JAM goes Marocco: Amine Bliha & Band
Alaa Zouiten wurde 1985 im berühmten Casablanca in Marokko geboren. Im Alter von sieben Jahren begann seine musikalische Erziehung in kulturellen Vereinen in Youssoufia (eine kleine Stadt bei Safi), bevor er am Conservatoire National de Marrakech seine Ausbildung genoss, die ihn zum Meister an der Oud (arabische Laute) machte. 2008 begann Alaa in Marokko seine Karriere als Sideman mit der Fusion- Band „Jbara“ und spielte auf zahlreichen marokkanischen Festivals (u.a Essaouira Gnaoua Festival, Grand Festival de Casablanca, Mawazine in Rabat).
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Kurz nach seiner Ankunft in Deutschland 2009 begann er seine musikalischen Studien an der Universität Erfurt (B.A. Musikvermittlung und Philosophie), die er 2013 abschloss. In dieser Zeit scharte er einige der besten Thüringer Jazzer um sich und lotete mit ihnen spielerisch die Freiräume zwischen überlieferten Klängen aus dem Maghreb, aber auch aus Andalusien und dem europäischen Jazz aus. Daraus ist das „Alaa Zouiten Ensemble“ entstanden, welches das Debüt-Album „Hada Makan“ 2012 veröffentlichte. Es folgte ein weiteres Studium der Musikwissenschaften (M.A. Transcultural Music Studies) an der Franz Liszt Hochschule für Musik in Weimar. Mit einem Stipendium des Arab Fund for Arts and Culture arbeitet Alaa Zouiten 2015 an seinem zweiten Album „Talking Oud“. In diesem Album experimentiert er mit den stilistischen, technischen und ästhetischen Möglichkeiten der Oud. |
In seinen Kompositionen und Arrangements benutzt Alaa Zouiten die unendliche Vielfalt in Zeit und Raum. Ein kreativer Prozess, welcher ständig nach neuen musikalischen Perspektiven sucht und die Schönheit der Musik feiert.
ERIC VAUGHN
kuratiert Bebop meets Hiphop
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Eric Vaughn wuchs in Savannah/Georgia auf. 1990 ging er nach Atlanta, wo er sich schnell als Schlagzeuger und Bandleader etablierte und sein Konzept "Naked Jazz" entwickelte. 1995 war er künstlerischer Leiter des Atlanta Jazz Festival, ein Jahr später nahm er seine erste CD auf. In Atlanta studierte er die Musik zahlreicher verschiedener Kulturen. 2008 kam er erstmals nach Berlin, wo er seit 2010 lebt und sein "Naked Jazz"-Konzept voran bringt. Im Laufe der Jahre arbeitete Vaughn mit zahlreichen Musikerkollegen wie z.B. James Moody, Cedar Walton, Freddy Cole, Reginald Veal, Cyrus Chestnut, Russel Malone, Wycliff Gordon, Kurt Rosenwinkel, Nicolas Payton, Maurice Brown, Victor Goines, Ben Tucker Trio, Johnny O`Neal Trio, Pianist Joe Jones, Doug Carne, Freddy Hubbard, Audrey Shakir, Kelvin Sholar, Kofi Burbridge, Eddie Pizant, Teddy Adams Quintet, Life Force feat. Joe Jennings und John Fadis. |
kuratiert Legenden des Jazz
Fuasi Abdul-Khaliq stammt aus Los Angeles, Kalifornien, wo er bereits im Alter von sechs Jahren mit der Musik und etwas später mit dem Erlernen von Flöte, Klarinette und Saxophon begann. Er erhielt seinen B.A. in Soziologie und Musik an dem Whitman College in Walla Walla, Washington.
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Im Anschluss daran, studierte er Komposition, Arranging und Performance in der renommierten U.G.M.A.A. Foundation (Union of God’s Musicians and Artist Ascension) in Los Angeles, gemeinsam mit dem Jazzpianisten Horace Tapscott und dem Pan African Peoples Arkestra (P.A.P.A.). Daraus folgten US-weite Auftritte mit Größen wie Walter Bishop Jr., Arto Tuncboyaciyan, Arthur Blythe, Winard Harper, Ed Blackwell, Joe Bowie, Hal Singer, Sugar Blue, Nedra Wheeler, Abdu Salim, Dick de Graaf, Abraham Burton und anderen. Seit 1992 lebt und wirkt Fuasi Abdul-Khaliq in Berlin und ist eine der bedeutendsten Jazz- und Musik-Größen der Stadt. Als Musiker, Bandleader und Musical Director verschiedener Film- und Theaterproduktionen, haben ihn seine Tourneen durch die ganze Welt geführt. |
kuratiert 1884 reloaded
Alfred Jonas Dowuona-Hammond Jr., enstammt einer Politikerfamilie in der ersten Republik Ghanas. Seit über 25 Jahren lebt er in Berlin und arbeitet als Musiker, Komponist, Arrangeur und Produzent. Er war tätig als Produzent/Bassist für mehrere CDs des verstorbenen Nubischen Sängers Ali Hassan Kuban und der Sudanesischen Sängerin Setona etc. Auch als Bassist war er jahrelang unterwegs mit Vanessa Mason, Reality Brothers, Ayman, Jean Paul Bourelly, Three Kings oder Brothers Keepers. Aktuell arbeitet er im Auftrag der Werkstatt der Kulturen an dem CD-History-Projekt 1884.
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kuratiert: Black Cuba
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Ricardo Bacallao (Kub) ist Filmregisseur und Gründer von der Reihe Black Cuba, absolvierte ein Regie-Studium für Film, Radio und Fernsehen an der Universidade de las Artes in Kuba und erlangte seinen Master of Fine Art an der University of NY. Er ist Regisseur einer Dokumentarreihe (5 Dokumentationen in 2018) über kubanische Musik in Berlin und die "Orixa devotion in Berlin" 2019, über die Praktiken des Candomblé und Santería in Berlin. Während seiner Zeit in Madrid und Berlin nahm Ricardo mehrmals an den Berliner Filmfestspielen teil und wurde 2003 und 2004 zum ersten kubanischen Vertreter des Talent Campus des Festivals gewählt. Im Jahr 2010 gewann Ricardo, der für die CUNY TV-Magazinsendung "Nueva York" produzierte, einen New York Emmy Award. Seit dieser Zeit arbeitet er als freischaffender Regisseur, EP, Produzent und Redakteur von Dokumentar-Kurzfilmen, sowie für Radio-und Fernsehsendungen wie CUNY TV, HITN und für New Yorker Ausstellungsräume. |
kuratiert Beyond Spring
Dr. phil., ist freischaffende Filmemacherin, Kuratorin und Filmwissenschaftlerin. Sie veröffentlichte u.a. Arab Cinema: History and Cultural Identity, AUC-Press, Cairo, 1998 und Popular Egyptian Cinema: Gender, Class and Nation, AUC-Press, 2007. Sie lehrte an der American University in Cairo sowie an der Universität Zürich. Sie ist im Auswahlkommitte des Rawi Screenwriters’ Lab und des World Cinema Funds der Berlinale. Sie führte Regie bei mehreren Dokumentarfilmen, u.a. Ali im Paradies/My Name is not Ali (2011) und Arij - Scent of Revolution (2014).
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